Gesundheits- und Eignungsuntersuchungen im Arbeitsverhältnis

Gesundheits- und Eignungsuntersuchungen im Arbeitsverhältnis Dr. Philipp Byers

erschienen im “schnellbrief für Personalmanagement und Arbeitsrecht” 07/2017 des C.H. BECK Verlag

In der Praxis kommt es vor, dass Gesundheits- und Eignungsuntersuchungen im Arbeitsverhältnis durchgeführt werden. Viele solcher Tests werden in Bewerbungsverfahren durchgeführt. Durch Gesundheitsuntersuchungen will der Arbeitgeber feststellen, ob der jeweilige Bewerber physisch und psychisch in der Lage ist, die geforderte Tätigkeit tatsächlich auszuüben. Bei Eignungstests – z.B. in Form eines Assessment-Centers – soll dagegen herausgefunden werden, welcher Bewerber für die offene Stelle vermeintlich am besten geeignet ist. Auch in bestehenden Arbeitsverhältnissen ist die Durchführung von Eignungstests und Gesundheitsuntersuchungen nicht unüblich. So führen Arbeitgeber oft interne Assessment-Center durch, um unter den eigenen Mitarbeitern potenzielle Führungskräfte auszuwählen. Bei gefahrgeneigten und/oder körperlich belastenden Arbeitsplätzen (z.B. Bau- oder Speditionsgewerbe) werden häufig Gesundheitstests durchgeführt, um die Arbeitsfähigkeit des Arbeitnehmers zu überprüfen. Gesundheits- und Eignungsuntersuchungen sind regelmäßig datenschutzrechtlich höchst umstritten. Bei solchen Untersuchungen wird erheblich in die Persönlichkeitssphäre der Betroffenen eingegriffen und es werden sensitive Gesundheitsdaten nach § 3 IX BDSG verarbeitet. Aus diesen Gründen ist die Durchführung solcher Untersuchungen nur in Ausnahmefällen zulässig.